Ein (ganz kurzer) Tagesausflug nach Venedig
Im vergangenen Dezember hatte TUIfly einen Adventskalender auf der Website, bei dem es fast an jedem Tag Tickets zum Preis des “Kalendertages” gab. Am 1. Dezember wurden also Tickets für einen Euro verkauft und so weiter. Am 11. Dezember hatte TUIfly Tickets für die Strecke von Stuttgart nach Venedig im Angebot, denen ich nicht widerstehen konnte. Montags ist sogar ein kurzer Tagesausflug möglich, wobei man hier eher von sehr kurz sprechen muss.
Los ging es überpünktlich um 7.15 Uhr in Stuttgart. Wenn man schon mal mit dem Auto oder Zug nach Italien gefahren ist, kommt einem die Entfernung dorthin relativ groß vor, weil die Alpen im Weg stehen und man wegen ihnen fast immer einen mehr oder weniger großen Umweg machen muss. Auf dem Luftweg ist dies nicht der Fall und so geht die Reise über diesen nach Italien vergleichsweise schnell. Die Flugstrecke Stuttgart-Venedig ist beispielsweise kürzer als Stuttgart-Berlin oder Stuttgart-Hamburg. Nach einem etwa 45minütigen Flug über Graubünden und Südtirol landete die Boeing 737-700 schließlich auf dem Flughafen von Venedig. TUIfly fliegt zum Glück auf den Hauptflughafen Marco Polo (VCE) und nicht nach Treviso (TSF), das gerne von Billigfliegern angesteuert wird. Meistens erfolgt die Landung in VCE in Richtung Osten. Wer einen Platz am rechten Fenster hat, bekommt so schon einen ersten Blick auf die Stadt von oben. Bei meinem Tagestrip war es allerdings am Morgen noch so diesig, dass man nichts sah.

Markusdom (Basilica di San Marco)
In Venedig angekommen kaufte ich mir zuerst zwei Fahrkarten für den Bus. Die Fahrscheine müssen im Bus entwertet werden. Man kann also auch gleich die Fahrkarte für die Rückfahrt kaufen. Kosten tut der Spaß 2,50 Euro pro Fahrt. Es gibt zwei Buslinien: Einen Express-Bus, der alle zwanzig Minuten fährt und eine Buslinie, die noch in ein paar Vororten hält. Auf dem Rückweg hatte ich den “Bummelbus”, der aber auch nicht großartig länger brauchte.
Gegen 9.15 Uhr war ich dann in der Stadt. Der zentrale Busbahnhof von Venedig befindet sich auf der Piazza Roma in Bahnhofsnähe. Die Piazza Roma liegt am nördlichen Rand Venedigs und wurde wohl erst irgendwann im letzten Jahrhundert aufgeschüttet, um Platz zu schaffen. Dort angekommen kann man sich Venedig entweder “erlaufen” oder mit Linienbooten fahren (Busse gibt es mangels Straßen in der Stadt ja keine). Die Fahrkarte für das Boot kostet entweder für die Stunde 6,50 Euro oder für 12 Stunden 14 Euro. 6,50 Euro war mir für eine Stunde zu teuer. Die 12-Stunden-Karte würde sich für den Besucher eher lohnen, weil mit ihr auch die umliegenden Inseln angesteuert werden können. Mein Problem war aber, dass mein Rückflug bereits um 13.15 Uhr stattfinden sollte und sich somit eine 12-Stunden-Karte nicht ansatzweise rentiert hätte. Also habe ich alles auf dem Fußweg zurückgelegt.
Die Navigation fällt in Venedig nicht ganz leicht, da die Stadt übersät ist mit engen Gassen und Kanälen. Zur Orientierung dienen die fast überall angebrachten Hinweisschilder “Rialto” und “S. Marco”, die zur Rialtobrücke bzw. zum Markusplatz führen. In Gegenrichtung weisen Hinweisschilder mit “Ferrovia” (“Eisenbahn”, also Bahnhof) und “Piazza Roma” den Weg wieder zurück. Wer mit dem Boot unterwegs ist, kann sich ohnehin nicht verlaufen.

Japanische Touristen lauschen ihrem Stadtführer und blockieren dabei eine Brücke
Immerhin habe ich es in der kurzen Zeit geschafft über die Rialtobrücke bis zum Markusplatz zu laufen und mir dort die umliegenden Sehenswürdigkeiten (Dogenpalast, Seufzerbrücke) wenigstens von außen anzuschauen. Der Weg zurück zum Busbahnhof war dann deutlich mühsamer. Nicht nur, weil meine Beine ein wenig schwerer waren als auf dem Hinweg. Das Hauptproblem war die fortgeschrittene Tageszeit, zu der immer mehr Touristen in die Stadt einfielen und allmählich die engen Gassen blockierten. Dennoch lief alles glatt und ich erreichte eine halbe Stunde vor Check-in-Schluss wieder den Flughafen, der am Rand der Lagune liegt. Das Routing auf dem Rückflug führte genau über Bozen, etwas westlich an Innsbruck, östlich an Memmingen und genau über Ulm vorbei.
Leider ist diese Art des Tagesausflugs nach Venedig viel zu kurz und vor allem für Leute geeignet, die gerne fliegen (so wie ich). Weil es mir aber immer schwer fällt, günstige Tickets nicht zu buchen, habe ich den gleichen Trip am 31.03.2008 noch einmal. Das nächste Mal will ich mir ein bisschen die Gegend um die Rialtobrücke am Canale Grande erwandern.
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