Ein Kurzurlaub auf Mallorca
Fast ein Jahr vor dem geplanten Abflug hatte ich bereits die Tickets für mich und meine Frau gebucht, die uns vom vergangenen Donnerstag bis Sonntag nach Mallorca und wieder zurück bringen sollten. Als Airline hatten wir Air Berlin ausgesucht. Während meine Lieblingsbeschäftigung eher die Suche danach ist, wo und wie man billige Flüge auftreiben kann, kann sich meine Frau stundenlang im Internet aufhalten, um nach günstigen Hotels zu suchen. Wer nur drei Tage übernachten will, hat zwangsläufig ein eingeschränktes Angebot, weil einige Veranstalter einen Mindestaufenthalt von mehr als drei Tagen verlangen. Bleibt man kürzer, kann man entweder gar nicht buchen oder muss einen Zuschlag bezahlen. Ein solcher Zuschlag ist häufig im Preis versteckt. Man stellt diesen manchmal erst fest, wenn man den Preis für einen Tag mehr abfragt und bemerkt, dass das Hotel dann nur geringfügig teurer oder womöglich sogar billiger wird. Leider merkt man Ende Februar/Anfang März schon wieder, dass nicht mehr die allerniedrigste Saison ist, was sich in den Hotelpreisen niederschlägt. Zwar haben viele Hotels noch geschlossen, allerdings steigen die Besucherzahlen auf der Insel schon wieder an. Dies nutzen die Hotels, die offen haben, logischerweise aus und verlangen entsprechend höhere Preise. Die stundenlange Suche nach günstigen Hotels brachte uns preisbewussten Schwaben leider kein wirklich befriedigendes Ergebnis. So entschieden wir uns dann für ein Apartment in Cala d’Or, das uns ohne Verpflegung um die 100 Euro für die drei Tage bzw. Nächte kosten sollte. Obwohl wir schon oft auf Mallorca waren, war dieses unser erster Trip, bei dem wir auf Hotelverpflegung verzichteten. Vor allem meine Frau hatte diesbezüglich immer Bedenken, weil sie (zugegebenermaßen nicht ganz unbegründet) die Befürchtung hatte, im Urlaub dann auch noch Hausarbeit verrichten zu müssen. Der günstige Preis bzw. vor allem die vergleichsweise teuren Angebote mit Halbpension haben dann die Entscheidung zu dieser Variante aber erleichtert. Und ich muss sagen, dass der Stress ausgeblieben ist. Ganz im Gegenteil empfanden wir es durchaus als angenehm, sich weder an feste Essenszeiten, noch an eine Kleiderordnung im Speisesaal halten zu müssen (okay, mit den langen Hosen hätte ich mich Ende Februar auch so anfreunden können). Sich auf Mallorca mit Speis und Trank im Supermarkt zu versorgen stellt überhaupt kein Problem dar. Die Preise liegen in etwa auf deutschem Niveau. Teurer sind fast alle Milchprodukte, zum Teil sogar deutlich günstiger sind Obst und Gemüse. Eingekauft hatten wir gleich nach der Landung als wir mit unserem Mietwagen einen der nahegelegenen Supermärkte an der Playa de Palma angesteuert haben. Auch hier gilt die Regel, die man überall beachten sollte: Es ist besser mit vollem Bauch einzukaufen anstatt mit leerem. Unsere Bäuche waren nach dem Flug leider nicht voll genug. Die zuvor gegessene kostenlose Bordverpflegung ließ noch zusätzlich den Wunsch nach etwas richtig Gutem steigen. So kam es dann auch, dass wir deutlich mehr einkauften als wir letztlich brauchten. Zum Glück war es zu dieser Jahreszeit noch nicht so warm und mehrere Kilogramm Kartoffeln, ein Eisbergsalat und mehrere Paprika überlebten den Heimflug unbeschadet. Mit im Koffer waren auch noch Spaghetti-Packungen, Gläser mit Tomatensoße und so einiges mehr.

Strand S’Estany d’en Mas auf Mallorca
Wer Ende Februar/Anfang März nach Cala d’Or fährt, muss wissen, dass es zu dieser Jahreszeit dort recht privat ist. Außer an der Playa de Palma, wo auch im Winter etwas Betrieb herrscht (vorwiegend durch älteres Publikum), sind ansonsten mehr oder weniger alle Urlaubsorte von Mallorca in der Wintersaison recht verschlafen. Erlebte ich im vergangenen Sommer in der Fußgängerzone dort noch ein buntes Treiben, so schienen die Bürgersteige nun hochgeklappt zu sein. Lediglich ein paar junge Leute, die einen Junggesellenabschied Mallorca feierten, waren in dem Ort lautstark zu hören. Manche der Mädels hatten echt witzige Sprüche auf ihrem Girlie Shirt.
Trotzdem kann ich einen Kurzurlaub auf Mallorca im Winter durchaus empfehlen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, mit einem Mietwagen wird es gewiss nicht langweilig und der Billigflieger ermöglicht es im Winter besonders günstig nach Mallorca zu kommen.
Nur ein Kommentar bislang
Das verschlafene Mallorca im Winter ist tatsächlich nur zu empfehlen. Es ist erstaunlich und überraschend welche Eindrücke in dieser Zeit von einer Insel entstehen, die allgemein als Hort wilder Partys und Touristenrummel bekannt ist.
Das ganze wird nur von der Mandelblütenzeit übertroffen. Die Farben und der Duft im Zusammenhang mit dem besonderen Stand der Sonne zu dieser Zeit sind unübertrefflich.
Viele Grüsse
Danny