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Kurztrip zur Isla Canela

Die Isla Canela gehört ganz sicher nicht zu den bekannten Urlaubsorten Andalusiens. Ohnehin spielt sich der größere Teil des touristischen Treibens im Süden Spaniens an der Mittelmeerküste und dort vor allem an der Costa del Sol ab. Die Atlantikseite, die Costa de la Luz, ist touristisch deutlich weniger erschlossen. Im wahrsten Sinne des Wortes “Randlage” hat die Isla Canela, eine Halbinsel, die unmittelbar an der Grenze zu Portugal gelegen ist.

Bei einer Aktion von Condor hatte ich billige Tickets für mich und meine Frau nach Malaga (AGP) bekommen. Als ich meiner Frau den Ticketkauf eröffnete, hielt sich deren Begeisterung in Grenzen, da sie eigentlich nicht schon wieder ins trockene Andalusien fliegen wollte. Um die Tickets nicht verfallen zu lassen, einigten wir uns schließlich darauf, einen für uns bislang unbekannten Teil von Andalusien entdecken, der wegen seiner Lage am Atlantik weder besonders heiß und auch nicht wirklich trocken ist. Als Reiseziel hatte meine bessere Hälfte für uns die Isla Canela ausgesucht.

Um zur Isla Canela zu gelangen, ist Malaga ein denkbar schlechter Zielflughafen. Wer sich die andalusischen Straßen auf der Landkarte ansieht, neigt dazu, die Fahrzeiten und Entfernungen zu unterschätzen. Vom Flughafen Malaga bis zu unserem Hotel sollten uns 350 Kilometer Autofahrt erwarten. Zum Glück konnten wir die Strecke bis auf die letzten zehn Kilometer auf Autobahnen zurücklegen, die obendrein auch noch gebührenfrei waren. In Spanien ist das keineswegs selbstverständlich. Mit einer kurzen Einkaufspause in einem Supermarkt waren wir so aber fast vier Stunden unterwegs. Wer die Strecke fährt, sollte insbesondere bei Sevilla darauf achten, sich an keinem Autobahnkreuz zu verfahren. Zu empfehlen ist der Flug nach Malaga aber ohnehin nicht, wenn die Isla Canela das Reiseziel ist. Der nächstgelegene Flughafen wäre Faro (FAO) in Portugal, der nur etwa 60-70 Kilometer entfernt liegt. Die Pauschaltouristen, die ihren Urlaub auf der Isla Canela verbringen, werden wohl alle dorthin geflogen. Die Alternative wäre Sevilla (etwas über 100 Kilometer entfernt), wohin auch einige Billigairlines verkehren.

Strand Isla Canela

Auf der Isla Canela ist in den letzten Jahren eine starke Bauwut ausgebrochen. Trotzdem ist noch nicht die ganze Küstenlinie zugebaut. Leider dürfte dies aber nur eine Frage der Zeit sein. Dank der vielen Bebauung kann man hier aber günstig Urlaub buchen. Der Strandabschnitt ist aber recht weitläufig. Es wird also auch in Zukunft nicht allzu voll werden.

Wirklich viel unternehmen kann man auf der Isla Canela nicht, wenn man keinen Mietwagen hat. Ein paar Kilometer entfernt befindet sich der Ort Ayamonte, durch den man zwangsläufig fahren muss, wenn man von der Autobahn zur Isla Canela will. In Ayamonte gibt es auch Supermärkte der großen Ketten. Mit der Fähre kann man nach Portugal fahren. Der Nachbarort auf portugiesischer Seite heißt Monte Gordo. Ein Ausflug, der allemal empfehlenswert ist, zumal wir den Strand auf der portugiesischen Seite noch eine kleine Spur schöner fanden. Wer mit dem Auto im Grenzgebiet zwischen Spanien und Portugal unterwegs ist, sollte das Tanken in Portugal tunlichst vermeiden. Die Benzinpreise in Spanien sind wesentlich niedriger. Das gilt auch für Diesel.

Nach drei Übernachtungen war unser Aufenthalt auf der Isla Canela leider schon wieder zu Ende und wir mussten die lange Autofahrt zum Flughafen Malaga auf uns nehmen. Wir werden sicher mal wieder einen Urlaub dort verbringen. Beim nächsten Mal werden wir aber nach Faro oder Sevilla fliegen.

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