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Ein Tagesausflug nach London

Den Tagesausflug nach London mache ich eher selten, obwohl dieser auf Grund des zahlreichen Flugangebotes in die britische Hauptstadt mehr oder weniger zum Standardrepertoire eines jeden Flughafen gehört. Für den Flug nach London sprechen meist dessen niedrige Kosten, die vor Ort häufig aber nur allzu schnell wieder kompensiert werden. Der erste große Kostenfaktor bei der London-Reise ist nach dem Flug natürlich die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt. Vor allem die Billigflieger steuern die von der Stadt weiter entfernten Flughäfen von Luton (LTN) und – noch häufiger – Stansted (STN) an. Mein Tagesausflug sollte mit Germanwings von Stuttgart (STR) nach Stansted gehen.

Um von Stansted in die Londoner Innenstadt zu kommen, fallen mir spontan drei Möglichkeiten ein: Auf der Bahnstrecke verkehrt der Stansted Express, ein Zug, der – wenn er pünktlich ist – für die Reise bis zum Bahnhof Liverpool Street eine gute dreiviertel Stunde benötigt. Alternativ bieten diverse Busunternehmen Fahrten vom Flughafen in die Stadt an. In Betracht käme auch noch ein Mietwagen, der mitunter sehr günstig zu bekommen ist. Ein Mietwagen würde sich beispielsweise für mehrere Personen anbieten, die damit Richtung London fahren und das Auto in einem Randbezirk der Stadt abstellen. Von dort ginge es weiter mit der U-Bahn. Wenn man sich den Linksverkehr zutraut, sollte man dennoch nicht allzu weit mit dem Auto in die Stadt fahren, da Parkplätze knapp sind und die Innenstadt von London mautpflichtig ist. Weil ein Mietwagen aber pro Tag bezahlt werden muss, dürfte die Mietwagen-Variante eher nur bei einem sehr kurzen Aufenthalt in der Stadt (z.B. bei einem Tagesausflug mit mehreren Personen) interessant sein. Für den Zug (Stansted Express) spricht vor allem dessen vergleichsweise kurze Fahrzeit. Die Busse sind meist günstiger, benötigen aber vor allem in der Rush Hour deutlich länger (ein Faktor, der den Tagesausflug weiter verkürzt). Wer den Zug nimmt, kann mit einem Tagesticket (Cheap Day Return) sparen. Das Cheap Day Return hat aber den Nachteil, dass es montags bis freitags jeweils in der Hauptverkehrszeit nicht gilt, was es für den Tagesausflug weitgehend unbrauchbar macht. Diese zeitlichen Einschränkungen gibt es samstags und sonntags nicht, so dass vor diesem Hintergrund das Wochenende ideal für die Tagesreise nach London wäre. Wer unter der Woche fliegt und dennoch den Zug nehmen will, sollte die Fahrkarte schon vorher online buchen, da sich so etwas Geld sparen lässt. Im Rahmen des Buchungsvorgangs wird eine Codenummer bekannt gegeben, die in den Automaten am Bahnhof in Stansted eingetippt werden muss. Der Automat gibt dann ganz normale Fahrkarten aus. Wer das Online-Ticket mit Kreditkarte gezahlt hat (anders geht es wohl von Deutschland aus gar nicht) und die Kreditkarte in den Automaten steckt, erhält die Fahrkarte ohne weitere Eingaben ausgedruckt.

Ich entschied mich aus Zeitgründen für den Stansted Express. Der Bahnhof Liverpool Street, wo der Stansted Express in London endet, liegt mitten im Bankenviertel. Wenn man im Berufsverkehr dort ankommt, fühlt man sich etwas “underdressed”. Da ich schon öfters in London war, hatte ich mir für den Tag kein besonderes Besuchsprogramm vorgenommen. Leider war auch die Wettervorhersage im Internet falsch. Es hätte den ganzen Tag sonnig bei 9 Grad sein sollen. Entsprechend hatte ich mich angezogen. Der fiese Hochnebel, den es dann tatsächlich gab, ließ die Temperatur nicht allzu sehr steigen, so dass ich den Tag über bitterlich fror.

Am Nachmittag habe ich mir den London City Airport (LCY) angeschaut, der im Osten der Stadt in den Docklands liegt und seit einiger Zeit schnell von der Innenstadt aus mit der Docklands Light Railway erreichbar ist. Wegen seiner kurzen Bahn, die nur etwa 1500 Meter lang ist, kann LCY leider nur mit kleinem Gerät angeflogen werden. Auf Grund der niedrigen Kosten für die Weiterfahrt in die Londoner Innenstadt sind Flüge zum City Airport jedoch allemal attraktiv, wenn man günstig an die Tickets kommt.

Zurück fuhr ich abends wieder mit dem Stansted Express, der den Bahnhof Liverpool Street mit einigen Minuten Verspätung verließ. Der Zug muss dann wohl einem Bummler hinterher gefahren sein, da die Fahrt zum Teil recht langsam war, wodurch weitere Verspätung entstand. In Stansted wurden die Germanwings-Flüge nach Köln/Bonn und Stuttgart von insgesamt nur zwei Mitarbeitern eingecheckt, was eine lange Warteschlange zur Folge hatte. Glücklicherweise ist der Business-Anteil auf diesen Strecken aber relativ hoch. Dies hat am Check-in den Vorteil, dass wenig Gepäck aufgegeben wird und so der Vorgang etwas schneller geht.

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