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Tagestrip nach Barcelona

Wie in den vergangenen Jahren habe ich auch in diesem Jahr die Woche vor Weihnachten mit meiner Frau an der Playa de Palma auf Mallorca verbracht. Da dieser Urlaub meist gleich mit Spaziergängen an der Promenade zwischen Can Pastilla und El Arenal verläuft, braucht man ihn eigentlich nicht besonders zu erwähnen. Schlechter als sonst war in diesem Jahr eigentlich nur das Wetter. Wenn es in Deutschland aber strengen Frost hat, werden 10 Grad auf Mallorca durchaus erträglich.

Ein besonderes Highlight haben wir uns dieses Jahr aber gegönnt, über das ich hier berichten möchte. Wir unternahmen an einem Tag einen Ausflug nach Barcelona. Barcelona liegt von Mallorca nur etwa 200 Kilometer Luftlinie entfernt. Allerdings liegt das Mittelmeer dazwischen, weshalb sich diese Distanz für einen Tagesausflug auch nur auf dem Luftweg überwinden lässt. Da die Playa de Palma unmittelbar am Flughafen von Mallorca liegt, bietet sich ein solcher Trip regelrecht an. Halbstündlich fährt der Bus der Linie 21 von El Arenal zum Flughafen Mallorca. Wir fuhren kurz nach 8 Uhr von unserem Hotel ab und erreichten nach nur zehn Minuten den Airport. Dort haben wir gleich nach der Ankunft bei Air Berlin eingecheckt. Pünktlich ging es um 9.40 Uhr los nach Barcelona. Der Flug dauerte eine knappe halbe Stunde. Auch auf dieser sehr kurzen Distanz (das dürfte nach den Menorca- und Ibiza-Flügen ab Palma die kürzeste Air Berlin Strecke sein) gab es Bordverpflegung: Eine kleine Flasche mit Wasser und ein paar Kekse.
In Barcelona angekommen, mussten wir zunächst klären wie wir in die Stadt kommen. Wir hatten den ADAC Reiseführer für Barcelona dabei. Dieser beschreibt zwar sehr ausführlich die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wie in praktisch allen Reiseführen kommen aber auch in diesem nach meinem Geschmack die Hinweise zu den öffentlichen Verkehrsmitteln bzw. zum Flughafentransfer zu kurz. Auch im Internet hatte ich zuvor keine Seite gefunden, auf der kurz und knapp die verschiedenen Möglichkeiten des Flughafentransfers erläutert wurden (die Seite des Flughafens dürfte gerne ausführlicher sein und private Seiten wollen einem nur teure Tickets verkaufen!). Wir entschieden uns für den Bus, der uns vom Terminal 2 (wo wir ankamen) zur Placa Catalunya brachte. Die Placa Catalunya ist einer der zentralen Plätze Barcelonas und liegt am nördlichen Ende der “La Rambla”, der Hauptflaniermeile von Barcelona.

La Rambla Barcelona

Wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätten wir uns auf der Rambla sicher länger aufgehalten. Das ganze Ambiente und die Straßenkünstler sind allemal einen Besuch wert, auch wenn man gut auf seine Taschen achten sollte. Die Rambla ist etwa einen Kilometer lang. An ihrem Ende befindet sich ein Denkmal zu Ehren des Seefahrers Christoph Kolumbus. Geht man von dort geradeaus weiter, gelangt man in ein futuristisches Hafenviertel, das ein wenig an die Docklands in London erinnert (diese sind allerdings wesentlich größer).

Als eine der Hauptsehenswürdigkeiten Barcelonas gilt die Kathedrale La Sagrida Familia, die auf Pläne des Künstlers Gaudi zurückgeht. Zu der Kathedrale muss man wissen, dass mit ihrem Bau erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begonnen wurde. Sie befindet sich daher auch nicht in der Altstadt von Barcelona, sondern in einem Viertel, das damals wohl ein Neubauviertel gewesen sein muss. Von der Kathedrale war ich ehrlich gesagt enttäuscht. Sie befindet sich in einer Gegend, die sicherlich schon bessere Zeiten erlebt hat. Außerdem ist die Bebauung rundherum viel zu dicht. Seit den 1950er Jahren wird an La Sagrida Familia wieder gebaut, so dass man sich wie an einer Baustelle vorkommt. Will man die Kathedrale von innen besichtigen, muss man 11 Euro Eintritt bezahlen. Nachdem wir schon von außen enttäuscht waren, haben wir uns diese Investition gespart. Stattdessen fuhren wir mit der U-Bahn in die Altstadt, die wirklich sehenswert ist. Dort gibt es eine historische Kathedrale, die zu besuchen aber ebenfalls kostenpflichtig ist.

Vom spanischen Festland wehte die ganze Zeit ein ziemlich kalter Wind und so waren wir nicht traurig als wir gegen 15.30 Uhr wieder zum Flughafen aufbrechen mussten. Der Bus brachte uns zurück zum Terminal 2. Auf Grund der Namensgebung sollte man meinen, dass das Terminal 2 das neuere ist. Tatsächlich ist es genau umgekehrt. Vom Terminal 2 zum Terminal 1 mussten wir dann noch einen kostenlosen Shuttle-Bus nehmen, der alle paar Minuten verkehrt. Die Fahrt zwischen den beiden Terminals ist eine kleine Weltreise, weil das gesamte Flughafengelände umfahren werden muss. Zurück ging der Flug mit der spanischen Billigairline Vueling. Diese fliegt auch zahlreiche Ziele im Ausland an, darunter allerdings keine in Deutschland. Deswegen ist diese Fluggesellschaft bei uns eher nur Flugbegeisterten bekannt. Positiv an Vueling hervorzuheben ist, dass es dort die Plätze am Notausgang noch kostenlos gibt. Dank frühzeitigen Eincheckens bekamen wir diese Plätze dann auch. Wie bei vielen Billigfluggesellschaften ist die Gepäckaufgabe bei Vueling kostenpflichtig, was für uns als Tagesausflügler mit Handgepäck aber kein Problem war. Kurz nach 18 Uhr landeten wir wieder in Palma und schafften es noch zum Bus um 18.30 Uhr. Gegen 18.50 Uhr waren wir wieder in unserem Hotel zum Abendessen.

Barcelona wollen wir uns auf jeden Fall noch einmal ausführlicher an einem Wochenende ansehen. Bevorzugt im Frühling, wenn es nicht mehr so kalt, aber auch noch nicht richtig heiß ist.

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